Das Kleben von Klarsichtteilen

Ein Problem das jeder Plastikmodellbauer kennt. Welcher Kleber ist zum Verkleben von Klar-sichtteilen wie zum Beispiel Windschutzscheiben bei Autos oder Cockpithauben bei Flugzeugen der geeignetste? Beginnen wir mit den nach meiner Erfahrung am wenigsten geeigneten Kleber-Sorten. Der ungeeignetste ist der Sekundenkleber, dieser hat die unangenehme Eigenschaft auszudünsten. Bei geschlossenen Baugruppen, wie zum Beispiel Cockpithaube - Flugzeugrumpf, ergibt es einen prima Milchglaseffekt! Der normale Kunststoffkleber ist schwer zu dosieren und an überquellenden Stellen werden auch bei diesem Kleber die Klarsichtteile milchig und unansehnlich.
Die besten Erfahrungen habe ich mit "Klarlack glänzend" gemacht. Klarlack klebt hervor-ragend und die Teile lassen sich auch nach dem Zusammenkleben noch etwas korrigieren. Den Rand der Bauteile, in bzw. auf die Klarsichteile geklebt werden sollen, dünn mit "Klarlack glänzend" bestreichen. Danach das Klarsichtbauteil vorsichtig einsetzen und leicht andrücken, größere Bauteile, wie Cockpithauben können auch mit einem Gummiband auf dem Flugzeugrumpf fixiert werden. Sollte trotz aller Sorgfalt etwas überschüssiger Klarlack hervorquellen, ist das meist nicht weiter tragisch, da der Lack klar auf den transparenten Teilen auftrocknet und so kaum zu sehen ist. Bei schwierig einzupassenden Teilen kann man nach dem Verkleben mit einem feinem Pinsel und etwas Klarlack noch feine Spalten zwischen den Bauteilen verschließen. Die Kapilarwirkung zieht den flüssigen Lack zwischen die Bauteile. Auf diese Weise lassen sich auch hervorragend die dünnen selbstgezogenen Kanzeln mit den Modellen verkleben.

Nach dem die Klebestellen gut durchgetrocknet sind, verspachtele ich die Nahtstellen der Bauteile mit Autospachtel (presto finisch NC Glättspachtel), um einen guten Übergang von Rumpf zur Kanzel zu erhalten. Hier für eignen sich natürlich auch andere Spachtelmassen wie zum Beispiel White Putty oder ähnliche .
Wenn die Spachtelmasse gut getrocknet ist, müssen die verspachtelten Klebestellen verschliffen werden. Am besten naß mit wasserfesten Sandpapierfeilen. So erhält man einen schönen sauberen Übergang zwischen Cockpit und Rumpf.

Zum Schluß möchte ich Herrn Kössler zitieren, der in Jet& Prop 5. 95 über den Bau des Focke-Achgelis Fa 223 Hubschrauers schreibt:
".... Zur Befestigung ( der Cockpithaubenteile) am Rumpf empfiehlt sich Klarlack, ein Tip, den ich vom Modellbaukollegen Siegfried Fricke bekommen habe. Beim ersten Versuch, dazu Sekundenkleber zu benutzen, waren die beiden Kanzelteile innen bleibend trübe geworden, so dass ich sie noch mal abnehmen und polieren mußte, wobei der Belag glücklicherweise wegging..."

Siegfried Fricke

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