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Viel wurde schon diskutiert über Motorisierung im Maßstab 1:72
und deren Auswirkung auf das Flugzeugmodell. Versuche scheiterten immer
am Fehlen passender und preiswerter Motoren. Auch sind in der Fachpresse
schon hervorragende Modelle mit drehenden Propellern veröffentlicht
worden. Diese Fotos zeigen immer nur Ausschnitte des Ganzen, was in einer
Zeitschrift ausreichend und gut ist, aber auf einer Modellbauausstellung
sieht ein jeder auch gern hinter die Kulissen.
Meine Idee:
Warum die Propeller nicht einfach mit Luft antreiben? Schön. Aber
ein Ventilator oder Föhn vor den Modellen auf dem Tisch einer Ausstellung
würde das Gesamtbild der Präsentation etwas trüben. Unauffällig
muß es sein! Dank der Physik ist die Fließgeschwindigkeit
am Austritt einer Injektionsnadel auch dann noch sehr hoch, wenn der Luftdruck
im geschlossenen System gering ist. Die Propeller werden so durch die
Injektionsnadel, die von schräg unten durch eine Bohrung im Bodenteil
des Dioramas geführt wird, angeblasen und drehen sich leise im Luftstrom
mit. Das Prinzip ist ganz einfach. Ob nun eine Grasnarbe oder das Deck
eines Flugzeugträgers im Diorama nachgebildet wird, die Bohrung ist
so klein, dass sie nur bei sehr genauem Hinsehen auffällt. Das Ergebnis
ist beeindruckend (siehe Fotos und Skizze für den Anschluss des Aufbaues).
Nun zum Aufbau,
für den das folgende Equipment notwendig ist:
- Ein Luftpresser
(möglichst leise und mit Wasserabscheider, da durch die lange Laufzeit
einer
Ausstellung sich je nach LP-Typ mehr oder weniger Kondenswasser bildet),
- Schläuche (vom Baumarkt 0,50Eur/m und aus dem RC-Bereich Silikonschläuche),
- handelsübliche T- Stücke und/oder Abzweigungen (auch aus dem
RC-Bereich),
- Luftdrosseln (Wäscheklammern oder Luftdrossel aus dem Aquarium-Zubehörhandel;
für
diese
Drosseln sind Silikonschläuche von Vorteil),
- Injektionsnadeln (abgeschliffen),
- ein Diorama und
- ein Modell mit leicht gängigem Propeller.
So können
Flugzeuge mit mehreren drehenden Propellern auf einzelnen oder auf einem
großen Diorama separat geregelt werden. Ich wählte für
die Ausstellung am 25./ 26.9.99 zum 20-jährigen Bestehen und auch
dieses Jahr im Vahrenwalder Freizeitheim unseres Modellbauvereins die
Ju 52, die Suchoi Su 26, die Roland C11 L.F.G. und die Brewster Buffalo
F2A-2, alle im Maßstab 1:72 auf vier Dioramen. Die meistgestellte
Frage an mich während der Ausstellung war dann auch, welche Motoren
in den Modellen seien und wo die Kabel verlegt wären. Leicht zu beantworten,
indem ich das Modell vom Diorama abhob und die Zuschauer sich überzeugen
konnten , dass keine Kabel und kein Motor verwendet wurden. Es bedurfte
einer kurzen Erläuterung und alles war klar: Nichts als (heiße)
Luft!
Was noch ein
wichtiger Vorteil des Luftmotors ist, die Modelle können so detailgetreu
und filigran gebaut werden, wie jeder möchte und sind auf den Dioramen
austauschbar. Nach der Ausstellung können sie ohne weiteres wieder
in der heimischen Vitrine landen; so werden keine elektrischen Kontakte,
Lötstellen oder Kabel durch den Transport beschädigt.
Für
weitere Informationen und Bilder hier
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Viel
Spaß beim Ausprobieren.
Werner Gerold
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