| |
Mercedes
Benz Bus 03500

Nach dem Krieg bestand ein erheblicher Mangel und Nachholbedarf an Personenbeförder-ungsfahrzeugen.
Deshalb baute Mercedes Benz 1949 auf dem LKW-Chassis den Omnibus der Baureihe
03250.
Im Jahre 1950 wurde der Bus 03250 in 03500 umbenannt und in leicht veräderter
Version gebaut. Bis 1955 wurden etwa 6.000 Stück in verschiedenen
Versionen und Ausstattungen gebaut. Der MB 03500 wurde sowohl als Überlandbus
mit festem Dach als auch als Allwetter-bus mit Schiebedach und Dachrandverglasung
geliefert.
Das
Modell
Für das Fahrgestell boten sich die Teile aus dem Opel-Blitz-Bausatz
von Revell an. Es müssen jedoch etliche Änderungen und Neubauten
getätigt werden. Die beiden Längstraversen und die Querträger
mussten neu angefertigt werden und die Achsen und Reifen verbreitert werden.
Der Kühler ist wieder aus dem Opel-Bausatz. Aus dem Revell-Bausatz
des Mercedes TLF 24/50 kommt der Motorblock, er wurde mit einem Luftfilter
und einem größeren Auspuffkrümmer verfeinert. Die Auspuffanlage
wurde aus einem Gußast hergestellt. Als nächstes kamen die
Bodenplatte mit Bestuhlung und die beiden hinteren Kotflügel: Die
Bodenplatte wurde mit einer Profilplastikplatte von Evergreen beklebt,
um einen profilierten Gummibodenbelag darzustellen. Um die Sitzbänke
herzustellen, habe ich 2 Einzelsitze aus dem Revell-Bausatz MB 200 TD
zusammengeklebt und eine Form aus Silikon hergestellt. Unter den Sitzbänken
wurden aus Plastik gefertigte X-Stücke geklebt und aus 1mm Elektrodraht
mit blauer Isolierung wurden Handgriffe an den Rücklehnen angebracht.
Am rechten vorderen und am hinteren Einstieg habe ich die Sitzbänke
kippbar gemacht. Die Karossenaußenhaut wurde aus 1mm Alublech gefertigt.
Mit einem Stück Brett (Fußleiste) wurden die beiden Seitenteile
gebogen. Die vordere und die hintere Rundung sind aus mehreren linsenförmigen
Alustücken angepasst und stumpf mit Sekundenkleber angefügt.
Anschließend wurden die noch etwas eckigen Rundungen mehrmals mit
2-Komponentenspachtel überzogen, so dass nach dem Schleifen eine
schöne Rundung entstand. Die beiden vorderen Kotflügel und die
Motorhaubenmaske sind aus Resin gegossen. Aus Alublech wurden die Motorhaube
und die Windschutzscheibenfront zusammengefügt.
Danach konnten
alle Öffnungen auf das Modell übertragen werden, um sie mit
Bohrer, Laubsäge und Feilen herauszuschneiden. Türen, Klappen
und Motorhaube wurden mit feinen Scharnieren versehen und eingepasst.
Aus 0,5 mm starken und 1 mm breiten Alustreifen wurden die Regenleisten
und alle Zierleisten mit Sekundenkleber auf die rohe Karosse geklebt.
Da ich dieses Modell größtenteils schraubbar gemacht habe,
konnten die einzelnen Teile separat zu lackiert werden. Vor der endgültigen
Farbgebung wurden alle Teile mit einem 2-Komponentenhaftgrund gespritzt.
Der Unterbau und die Inneneinrichtung wurden mit Humbrol- oder Revell-Farben
lackiert. Die Außenhaut wurde mit einem 2 Komponenten-Acryl-Autolack
lackiert, wobei die Farbgebung zeitgenössisch zweifarbig ausgeführt
wurde. Nach dem Trocknen des Lacks wurden die Regenleisten und die Zierleisten
mit feinem Schleifpapier wieder freigelegt und mit Autopolitur auf Hochglanz
gebracht. Die Scheiben sind aus Pralinenklarsichtkästen zugeschnitten
und eingepasst, wobei die Dachrandscheiben mit einem Heißluftfön
in Form gebracht wurden. Die Scheiben wurden mit Holzkaltleim eingeklebt,
da dieser nach dem Trocknen klar wird. Im Innenraum wurde das Gepäcknetz
aus einem Pfannenspritzsieb, wie es in fast jedem Haushalt zu finden ist,
gefertigt. Das Kühlergitter ist ein Ätzteil aus einem Architektenmodellbauladen
und der Mercedes-Stern war eine Anstecknadel. Die Beschriftung und die
Kennzeichen hat ein Bekannter auf seinem Computer hergestellt.
Nach dem Zusammenbau der einzelnen Teile blieben keine Nacharbeiten, aber
der Stolz auf diesen Eigenbau.
Klaus Krohn,
Hannover
Für weitere Bilder
hier klicken!
Quellen:
Schrader Motor Chronik "Mercedes Benz Lastwagen und Omnibusse"
Werbeprospekt Mercedes Benz "Omnibus 03500"
Konstruktionszeichnungen und Tipps von Herrn Friedemann Wagner, Wettstetten
nach
oben
|