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Der Abschlepp-Bulle
für´s Grobe
M - 984 A1 Recovery Truck
Umbau aus dem Italerie-Bausatz Oshkosh Fuel-Tanker
  
Zum Original
Das Fahrzeug wurde von der Oshkosh Truck Corp. als Teil des HMTT ( Heavy
Expanded Mobility Tactical Truck) Projektes entwickelt, um Kampftruppen
bis in die vorderste Front zu folgen und fahruntüchtige Rad- und
leichtere Kettenfahrzeuge zu bergen. Dieses Fahrzeug hat für seine
Aufgaben 'mitschiffs' eine Bergewinsch von 27,2to Zugkraft, ( einfacher
Flaschenzug ist an Bord), sein Arbeitskran hebt mit 2,7m Länge bis
zu 6,3to, das hintere Abschlepp-system schafft 11,3to, die Selbst-Bergewinsch
hat 9,1to Leistung. Die Kraft für derartige Leistungen kommt aus
einem 12l-Diesel-Motor mit 450PS, der über ein 4-Gang-Automatik-getriebe
alle acht Räder antreibt. Der Diesel-Vorrat von 587l reicht für
480km im Gelände.
Länge: 9,95m; Breite : 2,43m, Rückspiegel angeklappt; Höhe,
incl. Reserverad: 2,84m.
Einführung
Ich möchte an Hand der einzelnen Bauabschnitten A - E gerne zeigen,
wie komplizierte, knifflige, mich manches Mal frustrierende Aufgaben zu
lösen sind, und wenn z.B. erst eine Lösung nach über einem
Jahr erfolgt ist. Bei meinen Baubeschreibungen lasse ich auch mal ganz
persönliche Ansichten einfließen, die nicht immer mit dem Modell
zu tun haben. Manch' einer wird ähnliche Probleme haben - und ein
interessantes Modell wartet dann auf die Fertigstellung
Das Ding hatte es in sich - u.a. drei ‘Baugruppen‘, die ich
beweglich haben wollte:
'C': einen 3-fach-Teleskop-Ausleger mit Stütze,
'D': einen Kran, 'nur einpassen, war als 'Abfall' aus anderem Bausatz
vorhanden,
'E': die Stütz- und Hydraulik-Mechanik, mit der ein liegengebliebener
Lkw angehoben und abgeschleppt wird.
Zum Bastelspaß
Das Chassis mußte ca. 1,5cm vor dem 3. Rad gekürzt werden,
ebenso die Kardanwellen. Nach Anleitung werden dann Teile wie Federpakete,
Achsen, Getriebe etc. befestigt. Räder waren, wie bei allen meinen
Oshkosh's, wieder von MR, United Fun, - für diese 10-Tonner unbedingt
erforderlich gegenüber den "schmalbrüstigen" aus dem
Bausatz. Zwei kleine Teilchen aus einem 1:48 Hubschrauber- Rotor-Kopf
ergeben die Lenkhydraulik, links am Rahmen befestigt.
Teil A habe ich einfach aus dem Kasten gebaut, die Scheiben wurden
später eingefügt, ebenso die Rückspiegel. Achtung: Bruchgefahr!
Für Teil B gab's viel zu tun : Ladefläche in richtiger
Größe / Höhe / Stärke, darauf die Ablage- und Werkzeugkästen
mit allen Klappen und angedeuteten Messing-Schlössern.
Die 27,2to-Winde auf der Ladefläche stammt von Graupner, Ketten in
verschiedenen Stärken aus dem Schiffs-Modellbau.
Teil C - der A-förmige Teleskop-Ausleger - brachte mich schier
zur Verzweifelung - wo, fragte ich mich im Frühling 2000, gibt's
die passenden Vierkantrohre mit entsprechender Wandstärke - Metall
ist zu dünn für 1: 35 ?! Also 12 Monate Dornröschen-Schlaf
für dieses Projekt.
Evergreen Scale Models, Kirkland, WA,USA, StripStyrene Rectangular Tubes,
Item 258, 257 & 158 brachten in diesem Frühjahr die Lösung.
Alex's Scale Modeler World, Landwehrstraße 77 in Hannover-Döhren
gibt fachliche Beratung und u.a. das Evergreen Programm, also auch diese
Rechteck-Hohlprofile, die sich so wunderbar ineinanderschieben lassen
(Evtl. auch etwas für Kranbauer als Ausleger o.ä. . . ?).
Zeitgleich bot Fa. Hobby Fan (China ?) - bekannt für ihre exorbitanten
Preise (Zitat Modell-Fan) einen Resin-Umbausatz an, kostet eben mal über
100,-Euro. Und dann habe ich in diesem Frühjahr auf der Intermodellbau
Dortmund 'meinen Umbau ' gesehen, mit Hobby Fan-Teilen, sah gut aus, aber
- nichts beweglich. Resin-Teile beweglich machen ? Sprödes Material,
Bruch, und dann wieder wie kleben ?
Also - ein gutes Standmodell - gut detailliert - aber teuer- und endlich
habe ich, zusammen mit dem Erbauer, die hintere Mechanik verstanden, zum
Anheben, Abschleppen. Und was ich dort gesehen habe - teuere Resinteile
- das gab mir Mut, 'mein' Projekt wieder in die Hand zu nehmen. Dornröschen,
aufgewacht!! So, und nun los und weiter.
Teil D - der 6,3to-Arbeitskran, als Bauteil mit ca. 35 Teilen aus
anderem Bausatz vorhanden, mit einigen Verfeinerungen wie Hydraulikleitungen
etc. so eingepasst, die richtige Höhe zum Fahrzeug-Profil beachtend.
Einige graue Haare kosteten mich die 8 Stellhebel für die Kranhydraulik
. . . und wie. . . und wo . . . schaffe ich es jemals, die Hydraulik-Leitungen
zu legen (Lötzinn, hat keine eigene Spannung - für engste Radien
) oder anzudeuten ?
Teil E - Der Aufbau, der die Hydraulik trägt, stützt,
und den Ausleger führt: Q-Stäbchen, nicht für's Öhrchen,
als Hydraulikzylinder waren meine Materialien. So konnte auch kein Polystyrol-Kleber
die Arbeit ruinieren, da die Q-Stäbchen aus Weichplastik gefertigt
sind. Ich habe 'Soll-Bruch-Stellen' eingeführt, damit Friktionen
durch Bemalung ( Hydraulik-Silber) nicht zum Bruch beweglicher Stellen
führen. Ich habe - learning by doing - das Rohr mit Achsbohrung -
eingeführt in das Q-Stäbchen, ohne Kleber, dann das Q-Stäbchen
(als Kolben) in den Zylinder (Evergreen Tube) eingeführt. Ohne Farbe
hat's phantastisch geklappt. . . . viel Mühe . . .es sollte doch
glänzen ! Aber dann,. fragt mich bitte nicht...!!
Viel Arbeit gab's mit den damned Mudguards / Kotflügeln, die im Original
in einer Spiral-federung am Chassis befestigt sind. Auch kaum durch Fotos
ersichtlich - wo federt der bewegliche Gummiteil, wo der 'feste' Lappen
? Shit !!! Aber auch hier gab's eine Lösung.
Endlich . . .
Ganz allgemein : Wir wissen, das Auge 'wandert' über das Modell -
also braucht man 'Haltepunkte' - z.B. drei orangefarbene Rundumleuchten.
Eine am Fahrerhaus, zwei am Heck. Viele Kleinteile, die durch Decals angereichert
wurden, beleben das Modell. Anschließend die übliche Prozedur
des Dry-Brushings nach dem Lackieren. Die Scheiben im Fahrerhaus mit Crystal
Clear eingesetzt - und fertig. Fertig ?? Da kann man sicher noch immer
etwas machen - aber es reicht . . . es reicht !!!
Grüße aus
Marienwerder
Klaus Mittelstädt
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